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Arachis hypogaea

Erdnuss

Volksnamen: Erdmandel, Aschanti-Nuss

Erdnuss

Foto: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen · Public Domain · Quelle

Beschreibung

Die Erdnuss ist botanisch eine Hülsenfrucht und kein Nussbaum, nach der Befruchtung biegen sich die Fruchtstiele zu Boden und schieben die Früchte in die Erde, wo sie unterirdisch ausreifen. Dieses faszinierende Schauspiel macht sie zur Wunderpflanze fürs Kinderbeet. In warmen, sonnigen Lagen oder im Topf am Südfenster gelingt sie auch in der DACH-Region.

Pflegehinweise

Ziehe die geschälten Kerne ab April im warmen Topf vor und pflanze sie ab Mitte Mai an den wärmsten, vollsonnigen Platz in lockeren, sandigen Boden. Häufle die blühenden Pflanzen leicht an, damit die Fruchtstiele leicht in die Erde finden. Halte den Boden locker und ernte im Oktober, indem du die ganze Pflanze samt Wurzelbereich ausgräbst, und trockne die Nüsse luftig nach.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 5.8–6.58.0

Bodenart

sandig, lehmig, humos, durchlässig

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 7 h am Tag
WinterhärteFrostempfindlich
FruchtfolgeHülsenfrüchte
WasserbedarfMittel

Gib der Erdnuss einen lockeren, sandig-lehmigen, gut durchlässigen Boden — sie schiebt ihre befruchteten Blüten zum Reifen in den Boden (Geokarpie), und die Hülsen brauchen dafür leicht grabbare, krustenfreie Erde. Schwerer Tonboden, Verdichtung und Staunässe führen zu Fäulnis und sind zu meiden. Arbeite vor der Pflanzung etwas reifen Kompost und bei Bedarf Sand ein; ein leicht saurer bis neutraler pH (rund 5,8–6,5) hält die Knöllchenbakterien-Symbiose intakt — über pH 7 und bei Kalküberschuss wird sie gestört.

Hülsenfrüchte sammeln über Knöllchenbakterien Stickstoff und sind ideale Vorfrucht für Starkzehrer — selbst brauchen sie rund 4 Jahre Pause am gleichen Platz.

Düngung

Schwachzehrer

Monate

Apr–Mai

Als Leguminose versorgt sich die Erdnuss über Knöllchenbakterien an den Wurzeln weitgehend selbst mit Stickstoff aus der Luft. Arbeite im Frühjahr vor dem Auspflanzen (ab Mitte Mai nach den letzten Frösten) nur etwas reifen Kompost flach ein — das deckt den übrigen Nährstoffbedarf, ohne den Stickstoff-Haushalt zu stören. Auf stickstoffbetonte Düngung verzichtest du, weil sie die Knöllchenbildung bremst. In der Reifephase profitiert die Hülsenbildung von gut mit Kalzium versorgter Erde im oberen Bodenbereich.

Überwinterung

Die Erdnuss ist einjährig und nicht winterhart — sie stirbt nach der ersten Frostnacht ab und lässt sich nicht überwintern. Ernte die Hülsenfrüchte im September/Oktober vor dem ersten Bodenfrost, indem du die Pflanze mit der Grabegabel herausziehst; im Frühjahr ziehst du neue Pflanzen ab Februar/März im Haus vor und pflanzt sie nach den Eisheiligen Mitte Mai aus.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Die Erdnuss vermehrst du ausschließlich durch Aussaat. Als Saatgut verwendest du ungeröstete, ungesalzene Erdnüsse — entweder noch in der Schale oder als ganze Kerne mit unverletzter dünner Samenhaut. Weiche die Kerne vor der Aussaat eine Nacht im Wasser ein, damit sie schneller keimen. Ab Ende März bis Anfang April ziehst du die Pflanzen warm und hell vor: Lege je einen Kern etwa 2 cm tief in einen Topf mit nährstoffarmem Anzuchtsubstrat und stelle ihn bei 20–25 °C auf. Die Keimung dauert etwa eine bis zwei Wochen. Frühestens nach den Eisheiligen Mitte Mai — wenn der Boden auf mindestens 15 °C erwärmt ist — pflanzt du die Jungpflanzen im Abstand von etwa 25 cm an einen vollsonnigen, windgeschützten Standort mit lockerem, sandigem Boden. Die Erdnuss bildet ihre Früchte unterirdisch aus: Nach der Blüte schieben sich sogenannte Gynophore (Karpophore) aktiv abwärts in den Boden, wo sich die Früchte entwickeln — achte darauf, dass der Boden locker und feucht bleibt, damit das gelingt. Da die Pflanze einjährig ist und sich selbst bestäubt, genügt eine einzige Pflanze, um neues Saatgut für das nächste Jahr zu gewinnen. Die Ernte erfolgt etwa vier bis fünf Monate nach der Aussaat im September oder Oktober, sobald das Laub zu vergilben beginnt.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Kreuzblütler (Brassicaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.

Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Bohnen und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an, den Kürbisgewächse als Starkzehrer gut gebrauchen können.

Zum Beispiel KürbisEinlegegurkeButternutHokkaidoPatissonSpaghettikürbis und 12 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Lieber nicht

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

besonders bewährt

Lauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.

Zum Beispiel SchnittlauchNarzisseRocamboleElefantenknoblauchRote ZwiebelSchalotte und 9 weitere Arten im Katalog

Quelle: Fruchtfolge-Grundregel

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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