Foeniculum vulgare var. dulce
Süßfenchel
Volksnamen: Gewürzfenchel, Teefenchel
Foto: Burkhard Mücke · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Süßfenchel ist die milde Variante des Gewürzfenchels, deren aromatische Samen den klassischen Bauch- und Magentee ergeben. Die hohen, feingefiederten Dolden sind nebenbei ein hübscher Blickfang im Kräuterbeet und ziehen Schwebfliegen und Schmetterlinge an.
Pflegehinweise
Säe ab Ende April direkt ins warme Beet an einen sonnigen, durchlässigen Platz und halte 30 cm Abstand. Halte den Boden gleichmäßig feucht, ohne ihn zu durchnässen. Ernte die Samendolden im September bis Oktober, sobald sie sich graugrün verfärben, und trockne sie luftig nach. Setze Fenchel nicht direkt neben Tomate, Dill oder Koriander, er verträgt sich schlecht mit ihnen.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, kalkliebend, nährstoffreich
Fenchel mag tiefgründige, gut durchlässige Lehm- oder Lössböden mit leicht kalkigem, nährstoffreichem Charakter — Staunässe verträgt er gar nicht. Magere Sandböden mit Kompost aufwerten, schwere Tonböden vor der Aussaat lockern; saure oder wechselnasse Böden meiden.
Düngung
Mittelzehrer
Monate
Mär–Apr
Arbeite im Frühjahr vor der Aussaat Kompost flach ein und ergänze Hornspäne in die Pflanzreihe — das versorgt die Pflanze über die Saison. Spar mit Stickstoff: zu viel treibt üppiges Laub auf Kosten des Aromas. Auf mageren Böden kannst du im Frühsommer mit etwas reifem Kompost nachhelfen.
Überwinterung
Schneide die Triebe nach dem ersten Frost handbreit zurück und decke den Wurzelstock mit einer Schicht Laub, Reisig oder Stroh ab, damit die Pflanze zuverlässig mehrjährig wieder austreibt; junge Pflanzen im ersten Jahr zusätzlich mit Vlies schützen. Achte auf gut durchlässigen Boden, denn nasse, staunasse Standorte schaden im Winter mehr als Frost — Kübel überwinterst du am besten hell und kühl, aber frostfrei.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Süßfenchel bzw. Knollenfenchel vermehrst du ausschließlich durch Aussaat — vegetative Methoden (Teilung, Stecklinge) sind nicht praktikabel, da die Pflanze einjährig kultiviert wird, eine Einzelknolle bildet und nach der Ernte verworfen wird; ein teilbarer Wurzelstock entsteht nicht.
Wichtigster Stolperstein ist das Schossen: Fenchel ist eine Langtagpflanze. Säst du zu früh (lange Tage über 14 Stunden, kühle Frühjahrstemperaturen, Trockenstress), schießt die Pflanze in die Höhe und bildet keine oder nur eine kümmerliche Knolle. Am sichersten gelingt eine feste Knolle bei Aussaat ab Mitte Juni bis Juli, wenn die Tage wieder kürzer werden. Greif außerdem zu schossfesten Sorten (zum Beispiel ‚Zefa Fino', ‚Finale' oder ‚Rondo F1').
Du hast zwei Wege: Für eine frühe Ernte ziehst du Jungpflanzen vor — säe in kleine Töpfe mit nährstoffarmer Erde, bedecke die Samen etwa 1 cm tief und halte sie gleichmäßig feucht. Bei 15–22 °C keimen sie nach 8–14 Tagen, bei Kälte bis zu drei Wochen. Nach der Keimung stellst du die Sämlinge kühler und hell, damit sie kompakt bleiben; pikiere bei 2–3 echten Blättern. Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) kommen die Jungpflanzen mit 30–40 cm Reihenabstand und 25–30 cm in der Reihe ins Freiland — beachte aber, dass sehr frühe Vorkultur die Schossgefahr erhöht.
Für die Direktsaat ziehst du 1–2 cm tiefe Rillen im Abstand von 40 cm und säst dünn aus; die Samen mit rund 1 cm Erde bedecken. Später vereinzelst du auf 25–30 cm in der Reihe. Eine gestaffelte Aussaat über mehrere Wochen streckt die Erntezeit bis in den Oktober. Fenchel verträgt keine Staunässe und mag einen sonnigen, windgeschützten Standort — beides kommt der Knollenbildung zugute.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Doldenblütler und Lauchgewächse verwirren sich gegenseitig die Schädlinge (Möhrenfliege, Zwiebelfliege).
Zum Beispiel KnoblauchSpeisezwiebelPorreeSchnittlauchNarzisseRocambole und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Korbblütler (Asteraceae)
Ringelblume und Tagetes neben Möhren halten mit ihrem Duft die Möhrenfliege fern.
Zum Beispiel StudentenblumeRingelblumeSonnenblumeEchte KamilleEichblattsalatEissalat und 56 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Sellerie und Dill vertreiben mit ihrem Duft den Kohlweißling, ein bewährter Nachbar für alle Kohlgewächse.
Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog
Quelle: Bio-Gärtnerei Mischkultur-Praxis
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel ErbseBuschbohneStangenbohneDicke BohneMarkerbseZuckererbse und 31 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
Erfahrungen aus echten Gärten
Was andere Gärtner zu dieser Sorte aufgeschrieben haben, anonym und freiwillig.
Noch hat niemand Erfahrungen geteilt. Mach den Anfang und notier deine.
