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Lens culinaris

Linse

Volksnamen: Speiselinse, Küchenlinse, Tellerlinse

Linse

Beschreibung

Die Linse ist eine der ältesten Kulturpflanzen und feiert auf der Schwäbischen Alb als Alblinse ein Comeback. Die niedrigen, zarten Pflanzen tragen winzige Hülsen mit je ein bis zwei flachen Samen. Traditionell wird sie als Gemenge mit Hafer oder Gerste angebaut, die ihr als Stützfrucht Halt geben.

Pflegehinweise

Säe die Linse ab April bis Mai dünn in magere, kalkhaltige und durchlässige Böden, fette Erde fördert nur das Kraut. Baue sie am besten gemeinsam mit etwas Hafer oder Gerste als Stützfrucht an, damit das Lager am Boden vermieden wird. Gieße kaum und ernte im Spätsommer die ganze Pflanze, sobald die unteren Hülsen rasseln, und trockne sie nach.

Boden & Standort

Boden-pH

4.0pH 6–7.58.0

Bodenart

sandig, lehmig, durchlässig, kalkliebend, mager

LichtVolle Sonne
Sonnenstundenmind. 7 h am Tag
WinterhärteFrostempfindlich
FruchtfolgeHülsenfrüchte
WasserbedarfNiedrig

Linsen brauchen einen lockeren, tiefgründig durchlässigen Boden ohne Staunässe — sandig bis lehmig mit gutem Kalkgehalt ist ideal. Auf mageren, kargen Standorten gedeihen sie besonders gut, während sie schwere, verdichtete Tonböden mit Stauschicht nicht vertragen.

Hülsenfrüchte sammeln über Knöllchenbakterien Stickstoff und sind ideale Vorfrucht für Starkzehrer — selbst brauchen sie rund 4 Jahre Pause am gleichen Platz.

Düngung

Schwachzehrer

Monate

Okt–Nov

Als Leguminose versorgt sich die Linse über ihre Knöllchenbakterien selbst mit Stickstoff und braucht keine Stickstoffdüngung — frischer Mist oder stickstoffreiche Gaben würden die Symbiose sogar bremsen. Wenn überhaupt, arbeitest du im Herbst vor der Aussaat etwas gut verrotteten Kompost flach ein, um die Phosphor- und Kaliumversorgung leicht zu stützen.

Überwinterung

Die Linse ist einjährig und stirbt nach der Samenreife ab — es gibt nichts einzuwintern. Ernte die reifen Hülsen, bevor sie aufplatzen, trockne die Samen luftig durch und lagere sie trocken und kühl als Saatgut, das du im Frühjahr ab Ende April neu aussäst.

Vermehrung

Methoden

  • Aussaat

Linsen vermehrst du ausschließlich durch Direktsaat ins Beet. Säe ab Ende März bis Anfang Mai aus, sobald der Boden auf mindestens 4–5 °C erwärmt ist — junge Linsen sind leicht frosthart und vertragen kurze Nachtfröste bis etwa -3 °C. Lege die Samen 3–5 cm tief in lockeren, gut durchlässigen, eher kalkreichen Boden; nährstoffreiche Böden sind für Linsen eher abträglich. Halte einen Reihenabstand von 20–30 cm ein und setze alle 5–10 cm einen Samen. Für die Samengewinnung lässt du einzelne kräftige Hülsen vollständig braun ausreifen und an der Pflanze trocknen — die Hülsen reifen von unten nach oben ab. Danach pulst du die Samen aus und trocknest sie noch rund zwei Wochen luftig nach. Trockene Speiselinsen aus dem Handel keimen oft ebenfalls, sofern sie nicht erhitzt wurden — Saatgut aus reifer eigener Ernte ist aber zuverlässiger. Als Hülsenfrucht bindet die Linse über Knöllchenbakterien Luftstickstoff; baue sie daher nicht nach anderen Leguminosen an, sondern nach Getreide oder Kohl, und halte am selben Standort 4–6 Jahre Anbaupause ein.

Mischkultur

Gute Nachbarn

Kreuzblütler (Brassicaceae)

besonders bewährt

Hülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.

Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Doldenblütler (Apiaceae)

Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.

Zum Beispiel MöhreDillPetersilieKnollenfenchelKorianderStangensellerie und 18 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Bohnen und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an, den Kürbisgewächse als Starkzehrer gut gebrauchen können.

Zum Beispiel KürbisZucchiniEinlegegurkeButternutHokkaidoPatisson und 13 weitere Arten im Katalog

Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)

Lieber nicht

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

besonders bewährt

Lauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.

Zum Beispiel SchnittlauchNarzisseRocamboleElefantenknoblauchRote ZwiebelSchalotte und 9 weitere Arten im Katalog

Quelle: Fruchtfolge-Grundregel

Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.

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