Cicer arietinum
Kichererbse
Volksnamen: Garbanzo, Echte Kicher
Foto: Sanjay Acharya · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Beschreibung
Die Kichererbse stammt aus dem Vorderen Orient und liebt Wärme und Trockenheit, im Klimawandel wird sie auch im DACH-Garten zunehmend ein Thema. Jede zottelig behaarte Hülse birgt meist nur ein bis zwei nussige Kerne, Grundlage für Hummus und Falafel. Sie braucht eine lange, sonnige Saison, um auszureifen.
Pflegehinweise
Säe die Kerne erst ab Ende April bis Mai an den wärmsten, vollsonnigen Platz im Garten in durchlässigen, eher mageren Boden. Gieße zurückhaltend, Staunässe verträgt die Kichererbse gar nicht. Ernte die Pflanzen im Spätsommer, wenn sie vergilben, und trockne die Hülsen vollständig nach, bevor du die Kerne auslöst.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
sandig, lehmig, durchlässig, mager, trocken, kalkliebend
Gib der Kichererbse einen leichten, gut durchlässigen Boden — sandig bis sandig-lehmig, der sich rasch erwärmt; Staunässe verträgt sie gar nicht und reagiert mit Wurzelfäule. Der Boden darf eher mager sein, und bei saurem Boden kalkst du vor der Aussaat auf, denn die Kichererbse mag neutralen bis leicht kalkhaltigen Boden, keine schweren, tonigen Standorte.
Hülsenfrüchte sammeln über Knöllchenbakterien Stickstoff und sind ideale Vorfrucht für Starkzehrer — selbst brauchen sie rund 4 Jahre Pause am gleichen Platz.
Düngung
Schwachzehrer
Monate
Apr–Mai
Als Leguminose bindet die Kichererbse über Knöllchenbakterien Luftstickstoff selbst und braucht keine Stickstoffgabe — stickstoffreiche organische Dünger hemmen sogar die Knöllchenbildung, lass sie weg. Arbeite stattdessen im Frühjahr vor der Aussaat reifen Kompost flach ein, der die Phosphor- und Kaliversorgung deckt; auf sehr ausgelaugten Böden ergänzt Gesteinsmehl die Mineralstoffe. Beachte: In mitteleuropäischen Böden fehlen die passenden Knöllchenbakterien oft, eine Impfung des Saatguts hilft der Selbstversorgung.
Überwinterung
Die Kichererbse ist einjährig — sie stirbt im Herbst nach der Ernte ab und übersteht keinen DACH-Winter im Freien. Du grätst oder lagerst nichts ein: ernte die reifen Hülsen ab, wenn Laub und Pflanzen gelb werden (meist August bis September), räume die Reste vom Beet und säst im Frühjahr neu aus — vorgezogen ab Mitte April im Haus, ins Freiland aber erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn kein Nachtfrost mehr droht.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Die Kichererbse ist ein einjähriger Hülsenfrüchtler und wird ausschließlich durch Aussaat vermehrt. Da sie Selbstbefruchter ist, kannst du eine Sorte über eigenes Saatgut sortenecht erhalten. Du hast zwei Wege: Direktsaat oder Vorziehen.
Direktsaat ins Freiland: Säe erst, wenn keine Fröste mehr drohen — im Garten heißt das in der Regel nach den Eisheiligen ab Mitte Mai. Die Kichererbse ist frostempfindlich und keimt zuverlässig erst bei einer Bodentemperatur um die 12 °C; theoretisch geht es ab etwa 5 °C, dann aber sehr langsam und fäulnisanfällig. Lege die Samen 3–5 cm tief in lockere, durchlässige, sich rasch erwärmende Erde, Reihenabstand etwa 30 cm, in der Reihe rund 20 cm. Je nach Wärme keimen sie in etwa 10–21 Tagen. Wähle einen vollsonnigen, warmen Platz.
Vorziehen lohnt sich bei kurzem Sommer oder Schneckendruck: Ab Mitte/Ende April Samen in Einzeltöpfe setzen — am besten in Töpfe, aus denen du sie samt Wurzelballen auspflanzen kannst, denn die Kichererbse bildet eine empfindliche Pfahlwurzel und verträgt Wurzelstörung schlecht. Warm und hell bei rund 20–22 °C keimen lassen. Nach den Eisheiligen ab Mitte Mai die Jungpflanzen mit ungestörtem Ballen ins Beet setzen — so gewinnst du etwa zwei bis drei Wochen Vorsprung.
Saatgutvorbereitung: Weiche die Samen vor der Aussaat etwa 12–24 Stunden in lauwarmem Wasser ein, das beschleunigt die Keimung. Verwende ungeröstete Kichererbsen oder gezieltes Gemüsesaatgut; geröstete oder gegarte Ware keimt nicht.
Knöllchenbakterien: Kichererbsen gehen mit dem artspezifischen Bodenbakterium Mesorhizobium ciceri eine Stickstoff-Symbiose ein. Dieses Bakterium ist in mitteleuropäischen Böden oft nicht von Natur aus vorhanden, weshalb die Stickstoffbindung beim erstmaligen Anbau am selben Standort schwächer ausfallen kann. Hast du an einer Stelle schon einmal erfolgreich Kichererbsen gezogen, sind die Bakterien dort meist vorhanden.
Schütze die Keimlinge in den ersten Wochen bei drohendem Spätfrost nachts mit Vlies.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Kreuzblütler (Brassicaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel DillPetersilieKnollenfenchelKorianderStangensellerieGewürzfenchel und 17 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lieber nicht
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
besonders bewährtLauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.
Zum Beispiel SchnittlauchNarzisseRocamboleElefantenknoblauchRote ZwiebelSchalotte und 9 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
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