Glycine max
Sojabohne
Volksnamen: Soja, Edamame
Foto: Public Domain · Quelle
Beschreibung
Die Sojabohne braucht Wärme, gedeiht aber dank neuer, frühreifer Sorten inzwischen auch in milden DACH-Lagen. Unreif und grün geerntet sind die Hülsen als Edamame ein beliebter Snack, voll ausgereift liefern sie die eiweißreichen Kerne. Wie alle Hülsenfrüchte bindet sie reichlich Stickstoff im Boden.
Pflegehinweise
Säe die Kerne erst ab Mitte Mai bis Juni in den warmen Boden an einen vollsonnigen Platz, bei Erstanbau hilft ein Knöllchenbakterien-Impfpräparat dem Stickstoff auf die Sprünge. Halte den Boden während Blüte und Hülsenfüllung gleichmäßig feucht. Ernte die Hülsen für Edamame grün und prall, oder lass sie für Trockenbohnen vollständig ausreifen und vergilben.
Boden & Standort
Boden-pH
Bodenart
lehmig, humos, durchlässig, nährstoffreich
Gib der Sojabohne einen tiefgründigen, leicht bis mittelschweren Boden, der sich im Frühjahr rasch erwärmt, Wasser gut hält und trotzdem durchlüftet bleibt — lehmig-humose Standorte sind ideal. Meide staunasse, verdichtete, sehr sandige oder anmoorige Böden und halte den pH im schwach sauren bis neutralen Bereich, weil die stickstofffixierenden Knöllchenbakterien hier am besten arbeiten.
Hülsenfrüchte sammeln über Knöllchenbakterien Stickstoff und sind ideale Vorfrucht für Starkzehrer — selbst brauchen sie rund 4 Jahre Pause am gleichen Platz.
Düngung
Schwachzehrer
Monate
Mär–Apr
Arbeite im Frühjahr vor der Aussaat (März/April) reifen Kompost flach in die oberste Bodenschicht ein — das verbessert die Struktur und versorgt die Pflanze mit Phosphor und Kalium. Auf eine Stickstoffgabe verzichtest du bewusst: Als Leguminose deckt die Sojabohne ihren Stickstoffbedarf über die Knöllchenbakterien-Symbiose weitgehend selbst, und zusätzlicher Stickstoff unterdrückt die Knöllchenbildung. Baust du Soja zum ersten Mal an, beimpfe das Saatgut vor der Aussaat mit den passenden Knöllchenbakterien, damit die Symbiose zuverlässig anläuft.
Überwinterung
Die Sojabohne ist einjährig und stirbt nach der Ernte im Herbst vollständig ab — es gibt nichts zu überwintern. Ernte die Bohnen vor dem ersten Frost, kompostiere die Pflanzen danach und säe im nächsten Jahr erst nach den Eisheiligen Mitte Mai wieder aus, wenn der Boden warm genug ist.
Vermehrung
Methoden
- Aussaat
Sojabohnen werden ausschließlich per Direktsaat oder Voranzucht vermehrt. Für die Direktsaat wartest du, bis der Boden mindestens 10–12 °C warm ist — das ist in DACH-Lagen in der Regel nach den Eisheiligen Mitte Mai der Fall. Stecke die Samen 3–4 cm tief in lockere, gut durchlässige Erde und halte einen Reihenabstand von 30–50 cm sowie einen Abstand von 10–15 cm in der Reihe ein. Für eine Voranzucht ab Anfang April kannst du je ein bis zwei Samen in kleine Töpfe säen und die Jungpflanzen nach etwa drei Wochen ins Freiland setzen, sobald kein Frost mehr droht. Sojabohnen keimen bei Wärme (15–20 °C) nach 10–20 Tagen. Ein vollsonniger, windgeschützter Standort ist wichtig; wähle für DACH bewusst früh reifende Sorten (Reifegruppe 000 bis 0). Als Selbstbefruchter (Auskreuzungsrate unter 1 %) liefert die Sojabohne weitgehend samenfestes Saatgut: Willst du Saatgut für das nächste Jahr gewinnen, lässt du einzelne Hülsen vollständig an der Pflanze ausreifen und trocknen, bis sie rascheln — dann sind die Samen lagerfähig.
Mischkultur
Gute Nachbarn
Kreuzblütler (Brassicaceae)
besonders bewährtHülsenfrüchtler sammeln Stickstoff im Boden, von dem Kohlgewächse als Starkzehrer profitieren.
Zum Beispiel WeißkohlKohlrabiRadieschenGrünkohlBrokkoliBlumenkohl und 34 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Doldenblütler (Apiaceae)
Erbsen und Bohnen versorgen Möhre und Sellerie mit Stickstoff und wachsen als Flachwurzler ohne Konkurrenz nebeneinander.
Zum Beispiel MöhreDillKnollenselleriePetersilieKnollenfenchelKoriander und 19 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Bohnen und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an, den Kürbisgewächse als Starkzehrer gut gebrauchen können.
Zum Beispiel ZucchiniEinlegegurkeButternutHokkaidoPatissonSpaghettikürbis und 12 weitere Arten im Katalog
Quelle: Klassische Mischkultur (DACH-Gartenpraxis)
Lieber nicht
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
besonders bewährtLauchgewächse hemmen über ihre Wurzelausscheidungen die stickstoffbindenden Knöllchenbakterien der Hülsenfrüchtler, das bremst deren Wachstum.
Zum Beispiel SchnittlauchNarzisseRocamboleElefantenknoblauchRote ZwiebelSchalotte und 9 weitere Arten im Katalog
Quelle: Fruchtfolge-Grundregel
Mischkultur ist zum Teil überliefertes Gärtnerwissen. Wo der Grund bekannt ist, steht er dabei.
Erfahrungen aus echten Gärten
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